Aus dem Leben eines Argusauges

So muss sich eine Geburt anfühlen

In Vor dem Kaffee - oder danach... am 19. November 2009 um 11:43

Himmel…was für eine Nacht. Von der Haustür direkt ins Bad. Alles andere fallen lassen. Dann geschieht das, was der Mediziner gemeinhin mit Übelkeit und Erbrechen beschreibt. Schönfärberei! Zerrissen hat es mich innerlich, der Schweiß schiesst aus allen Poren, obwohl ich nur regungslos über der Schüssel hänge.

Mein Körper zittert unaufhörlich und ein eigenartiges Kribbeln breitet sich über meiner Kopfhaut aus. Feine elektronische Impulse zucken über meinem Denkorgan. Entlädt sich da der Frust von fast 15 Jahren Reporterdasein? Oder ist es doch nur ein simpler Schlaganfall? Solche elementaren Fragen verlieren völlig an Bedeutung. Würgen, immer wieder würgen. “Warum ich?”, will ich in die Nacht hinausbrüllen…aber das nächste Aufbäumen meines Magens kommt mir dazwischen. Nach gefühlten Stunden der körperlichen Plackerei plumpst nur ein winziges Bröckchen ins Wasser vor mir. So muss sich eine Geburt anfühlen. Ich bin mehr tot als lebendig…

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